Aufzüge für Krankenhäuser, Kliniken & medizinische Einrichtungen

Krankenhaus Aufzug / BettenaufzugIn den meisten Fällen dienen Aufzüge lediglich dazu, den Komfort zu erhöhen und dem Menschen die Überwindung einer Höhendifferenz in Gebäuden einfacher zu machen. Aufzüge finden sich deshalb vor allem in mehrstöckigen Wohnhäusern und Hochhäusern, in Bürohäusern, Industriegebäuden aber auch in öffentlichen Einrichtungen, wie beispielsweise in einem Krankenhaus.

An einen Aufzug in einem Krankenhaus werden aber besondere Anforderungen gestellt, die die Anforderungen eines normalen Aufzugs deutlich übertreffen. Dies hat den Grund, dass ein Aufzug in einem Krankenhaus letztendlich dazu beiträgt, Leben zu retten.

Was ein Krankenhausaufzug (Bettenaufzug) aushalten muss

In einem Krankenhaus arbeiten mehrere 100 bis Tausende Mitarbeiter, zudem besuchen unzählige Gäste die Räumlichkeiten – und das jeden Tag. Ein Krankenhausaufzug muss außerdem als Bettenaufzug Betten und andere medizinische Geräte transportieren. Insbesondere der Patiententransport muss schnell von statten gehen, wobei der Bettenaufzug trotz der möglichst schnell zu öffnenden Türen sowie der schnellen Fahrt keine plötzlichen Erschütterungen entstehen lassen sollte. Die Steuerung eines Aufzugs im Krankenhaus sowie die gesamte Antriebstechnik sind speziell darauf ausgelegt. Ein weiteres Merkmal von Aufzügen in Krankenhäusern ist die Größe: Nicht selten passen gar zwei Betten in einen Aufzug, auch die Nutzlast ist mit 2-4 t relativ hoch und liegt damit deutlich über dem normalen Niveau.

Bauart und Konstruktion

Den hohen Hygienestandards in Krankenhäusern müssen auch die Aufzüge gerecht werden. Das bedeutet beispielsweise, dass die Türen hermetisch abschließen sollten, um im Quarantänefall keine biologischen Erreger oder radioaktive Stoffe draußen dringen zu lassen. Die Fahrstuhlkabine sollte geräumig gebaut sein, breite Türen besitzen und ein möglichst geringes Spaltmaß am Eingang auf den Boden aufweisen, damit die Rollenbetten oder die medizinischen Geräte beim Hineinfahren möglichst geringen Erschütterungen ausgesetzt sind. Der Innenraum sollte einfach zu reinigen sein – das betrifft sowohl den Boden, als auch die Wände sowie die Bedienelemente. Letztere müssen, damit die Nutzung des Aufzugs barrierefrei ist, sowohl innen als auch außen auffällig gestaltet sein und sich vom Untergrund sowohl durch ihre Form als auch durch ihre Optik abheben. Akustische Signale sind in diesem Zuge ebenfalls Pflicht – eine Stimme sagt zum Beispiel an, wenn sich die Türen schließen oder öffnen und informiert darüber, in welchem Stockwerk sich der Aufzug gerade befindet.

Besondere Steuerung der Aufzugsanlage in Krankenhäusern

Dies führt weiter zu einem weiteren wichtigen Bestandteil des Aufzugs, an welchen durch die Umgebung des Krankenhauses besondere Anforderungen gestellt werden: Die Aufzugssteuerung. Diese sollte robust gestaltet sein und, was noch viel wichtiger ist, besondere Funktionen für den Betrieb in einem Krankenhaus mitbringen. Dazu gehört beispielsweise die Priorisierung von Patiententransporten. Das bedeutet, dass der Aufzug auf Kommando wichtige Haltepunkte, beispielsweise wenn ein Patient in die Notaufnahme muss, noch vor den Haltestellen in der Warteliste anfährt – diese Funktion kann Leben retten, denn bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zählt jede Sekunde.

Material und mechanische Elemente

Gerade weil die Zeit ein so wichtiger Faktor ist, muss ein Aufzug im Krankenhaus besonders schnell sein – das betrifft sowohl das Öffnen und Schließen der Türen als auch die Fahrt an sich. Nicht nur die Steuerung, auch der Motor, das Getriebe, die Tragkonstruktion und die Türmechanik müssen darauf speziell ausgelegt werden. Sie müssen ebenso wie die Materialien im Innenraum äußerst robust sein. Gerade der Boden ist hier ein wichtiger Faktor: Rutschfest, abtrieb fest und glatt sollte er sein.

Bettenaufzug für KlinikInvestitionskosten für Aufzüge in Krankenhäusern

Ein Aufzug in einem Einfamilienhaus kostet etwa 10.000 €. In einem mehrstöckigen Hochhaus kostet ein Aufzug wiederum 50.000-100.000 €. Obwohl ein Krankenhaus meist nicht höher ist als ein solches mehrstöckiges Wohnhaus, sind die Investitionskosten oft doppelt oder dreimal so hoch. Dies liegt schlichtweg in der Ursache begründet, dass ein Aufzug im Krankenhaus, entgegen einem normalen Personenaufzug, deutlich größer gebaut sein, viel stärkeren Belastung standhalten und eine besondere Steuerung haben muss. Er muss wartungsärmer als ein normaler Fahrstuhl sein und zudem rollstuhlgerecht.

Laufende Kosten für einen Krankenhausaufzug

Die oben genannten Faktoren erhöhen nicht nur die Investitionskosten, sondern auch die laufenden Kosten, weil die Nutzlast eines Krankenhausaufzuges relativ hoch ist. Ausgehend von einem Aufzug mit einer Nutzlast von etwa 2 t, der 400 mal pro Tag fährt, lässt sich errechnen, dass man mit einem finanziellen Aufwand von etwa 1200-1500 € im Jahr alleine für den Strom rechnen muss. Die vielen Fahrten bzw. das besondere Umfeld schreiben auch engere Wartungsintervalle vor. Aufzüge in einem Krankenhaus bedürfen zudem einer gewissen Pflege – diese Reinigungskosten müssen ebenfalls in die Finanzplanung mit einbezogen werden.

Anbieter von Aufzügen für medizinische Einrichtungen

Es gibt viele Hersteller von Aufzügen, je spezieller das fällt jedoch wird, desto weniger Hersteller gibt es in diesem Bereich. Weil der Bau eines Aufzugs für einen Krankenhaus mit einem hohen Aufwand verbunden ist, gibt es nicht ganz so viele Marken, die entsprechende Modelle anbieten. Namhafte Hersteller wie Kone, OSMA-Aufzüge oder Thyssenkrupp Aufzüge haben hier die Nase vorn.

Zusammenfassung

Aufzüge in Krankenhäusern müssen an besondere Bedingungen angepasst werden. Die folgende Liste zeigt die geforderten Eigenschaften eines Krankenhausaufzugs an:

  • barrierefrei
  • schnelles und sanftes Fahren
  • schnelles Öffnen der Türen
  • Priorisierungsfunktion in der Steuerung
  • Notstromversorgung
  • hermetische Abriegelung
  • hygienisch und pflegeleicht
  • wartungsarm
  • robust
  • geräumig
  • energiesparend

Bei einem Krankenhausneubau bietet sich zudem an, auf Aufzüge zurückzugreifen, die sich mit automatisch geführten Fahrzeugen vernetzen können. Diese selbstfahrenden Fahrzeuge sind zwar noch nicht überall präsent, doch ist eine Investition in ein solches System sicherlich vorteilhaft, weil es in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Damit der Aufzug überhaupt Leben retten kann, ist die Vorausplanung ungemein wichtig: Wie viele Aufzüge muss das Krankenhaus haben und wo müssen sich diese befinden? Diese und viele weitere Fragen liegen allerdings in der Verantwortung des Sicherheitsbeauftragten bzw. des Architekten-Teams, wobei gesagt werden sollte, dass die Hersteller gerne beratend zur Seite stehen – natürlich auch deswegen, weil sie sich einen Auftrag erhoffen. Gerade dieser wird beim Krankenhaus äußerst lukrativ ausfallen, da ein Bettenaufzug großzügige Maße besitzt, rollstuhlgerecht aufgebaut sein muss und die oben beschriebenen Anforderungen ebenfalls erfüllen sollte – das macht Aufzüge für Krankenhäuser so teuer und kompliziert.