Außenaufzug

Ein Außenaufzug ist die einfachste Variante, wenn ein Aufzug nachträglich in ein bereits fertiggestelltes Haus integriert werden soll. Wenn im Inneren eines Gebäudes kein Platz für einen Aufzugschacht besteht, bspw. weil das Treppenauge zu klein ist, dann ist  der Außenaufzug die einzige Möglichkeit einer Aufzugsinstallation. Die Installation eines Aufzugs außerhalb des Gebäudes tut dessen Funktion keinen Abbruch. Seine Einsatzmöglichkeit bleibt dieselbe: der Transport von  Personen mit eingeschränkter Mobilität über eine Etage hinaus. Außerdem bietet sich der Außenaufzug genauso wie der Innenaufzug für den Transport schwerer Lasten und unhandlicher Gegenstände an.

Außenaufzug an der Fassade installiert

Aufzug an der Hausfassade

Auch bei einem Neubau lohnt sich die Erwägung eines Außenaufzugs, d. h. der Verzicht auf einen Aufzugsschacht im Innenbereich, denn die Außenvariante ist grundsätzlich einfacher und damit kostengünstiger zu installieren als der Innenaufzug. Je nach Höhe des flexiblen Aufzugsschachtes, in den Außenaufzüge eingebaut sind, lassen sich unterschiedlich viele Haltepunkte einrichten.

Ein Fahrstuhl ist in jedem Fall ein Pluspunkt bei der Bewertung einer Immobilie, trägt er doch zum barrierefreien Wohnen bei. Dank eines Außenaufzugs gewinnen gehbehinderte Menschen wieder ein Stück ihrer Selbstständigkeit und damit ihrer Lebensqualität zurück.

Neben der Funktion als Transportmittel für Personen und Lasten setzen Außenaufzüge bei Privathäusern und bei Gewerbeimmobilien wie Hotels und Einkaufszentren auch reizvolle optische Akzente. Liegt der Fokus auf der Optik, werden insbesondere vollverglaste Panoramaaufzüge verwendet. Diese sind dank ihrer futuristischen Optik ein echter Blickfang und ziehen so zahlende Kundschaft an. Zudem ist eine Aufzugsfahrt mit einem PanoramaFahrstuhl für die Fahrgäste aufgrund des spektakulären Ausblicks ein aufregendes Erlebnis.

Gefragt sind Außenaufzüge auch beim Lastentransport im Bau oder Speditionsgewerbe. Sie ermöglichen den unkomplizierten Transport von Baumaterialien und anderen sperrigen Gütern. Die Lasten können zudem schnell und sicher befördert werden.

Hersteller von Außenaufzügen

In Deutschland gibt es verschiedene auf Aufzugssysteme spezialisierte Anbieter. Dazu gehören u. a.:

  • HIRO LIFT
  • Hillenkötter + Ronsieck GmbH
  • Kone
  • Thyssen Krupp
  • M. Schmitt + Sohn GmbH & Co
  • Braun Aufzüge GmbH & Co. KG
  • Otis
  • Schindler
  • Dralle Aufzüge
  • Eggert Aufzüge GmbH

Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe kleinerer, regionaler Anbieter. Ein gründlicher Preisvergleich ist angesichts der Vielzahl der Anbieter und der Tatsache, dass es sich um ein hochpreisiges Produkt handelt, unbedingt angeraten. Hilfreich beim Preisvergleich ist unser Angebotsservice für Personenaufzüge. Hier können nach individuellen Kriterien (Tragfähigkeit, Förderhöhe, Höchstgeschwindigkeit, Art des Gebäudes) mehrere Angebote für einen Außenaufzug eingeholt werden.

Installation und Sicherheit

Der Außenaufzug wird unmittelbar an der Fassade des Gebäudes angebracht. Der Aufzugschacht kann auch aus durchsichtigem Material wie bspw. Glas bestehen. Über eine Fernbedienung oder per Knopfdruck lässt sich die Kabine an den gewünschten Haltepunkt beordern. Die meisten Modelle sind mit einem Elektromotor ausgestattet und werden über ein Seil oder Schienensystem befördert. Sowohl an Einfamilienhäusern als auch an Mehrfamilienhäusern lassen sich solche Personenaufzüge mit flexiblem Schacht ohne großen Aufwand anbringen. Es sind jedoch eine Reihe technischer und baulicher Standards zu berücksichtigen:

  • Gewährleistete Zufahrt über ebenen Boden für Rollstuhlfahrer
  • Breite Einfahrten für Rollstühle oder Kinderwagen
  • Tragkraft bis 600 kg
  • Mindestgeschwindigkeit 0,6 m/s = 2,16 km/h
  • Robustes und witterungsbeständiges Material
  • Rutschfester Boden innerhalb der Kabine
  • Für Rollstuhlfahrer erreichbare Bedienelemente
  • Beachtung der baurechtlichen Vorgaben der Gemeinde

Aufzüge sind überwachungsbedürftige Anlagen im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung  (BetrSichV) und unterliegen mithin bestimmten Prüfungen; diese finden in regelmäßigen, von den zugelassen Überwachungsstellen (ZÜS) wie TÜV oder DEKRA festgelegten Intervallen  statt (wiederkehrende Prüfungen). Die Länge der PrüfIntervalle hängt von dem Ergebnis der binnen 6 Monate nach Inbetriebnahme durchzuführenden sicherheitstechnischen Bewertung ab. Die wiederkehrenden Prüfungen zur Verhütung von Unfällen liegen maximal zwei Jahre auseinander. Zwischen den Hauptprüfungen hat eine sogenannte Zwischenprüfung zu erfolgen.

Neben der BetrSichV unterliegt die Wartung von Aufzügen der Europanorm DIN EN 13015, die die Anforderungen an die Instandhaltung von Aufzügen und Fahrtreppen definiert und in der Eigenschaft eines Gütesiegels dem Betreiber der Aufzugsanlage bestätigt, dass die Wartung nach festgeschriebenen Regeln erfolgt ist.

Mit der europäischen Norm DIN EN 81-70 zertifizierte Aufzugslösungen garantieren einen barrierefreien Zugang zum Aufzug für eingeschränkt gehfähige oder auf einen Rollstuhl angewiesene Personen. Zudem definiert diese Norm die Größe des Fahrkorbs und der Türbreite sowie die Anordnung des Handlaufes.

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Welche Kosten entstehen bei einem Außenaufzug?

Die Kosten für die Anschaffung eines Außenaufzugs variieren sehr stark und lassen sich insofern nur schlecht pauschalisieren. Vor dem Kauf eines Außenaufzugs ist zunächst ein gründlicher Angebotsvergleich angeraten. Mit den Anbietern in der engeren Auswahl sollte dann ein ausführliches Beratungsgespräch vor Ort stattfinden, auf dessen Grundlage schließlich der Kostenvoranschlag erstellt wird. Mehrere Faktoren spielen in den Endpreis hinein:

  • Individuelle Kundenwünsche
  • Beschaffenheit des Gebäudes
  • Förderhöhe
  • Anzahl der Haltepunkte
  • Tragkraft
  • Maximale Fahrgeschwindigkeit
  • Erforderliche Umbaumaßnahmen

Neben den Anschaffungskosten sind die Betriebskosten und die Wartungskosten zu berücksichtigen. Dieser nicht unerhebliche Kostenblock sollte  vor Abschluss des Kaufvertrages unbedingt in eine Preiskalkulation mit einfließen. Zu den Nebenkosten für Personenaufzüge zählen:

  • Stromkosten für Betrieb und Beleuchtung
  • Wartungskosten für die Instandhaltung und Reparatur von Schäden (variabel je nach Wartungsvertrag)
  • Kosten der gesetzlich vorgeschriebenen Aufzugsüberprüfung durch die zugelassenen Prüfstellen
  • Kosten für die Innen-und Außenreinigung

Generell liegen die Anschaffungspreise unterhalb der Preise eines herkömmlichen Personenaufzugs, da in den meisten Fällen ein geringerer Montageaufwand als bei Innenaufzügen gegeben ist. Grob kann man mit Preisen zwischen 30.000 € und 50.000 € rechnen, wobei nach oben hin keine Grenze gesetzt ist. Ein günstiges Modell für den Außenbereich eines Einfamilienhauses mit einer Förderhöhe von 12 Metern und 2 Haltepunkten schlägt etwa mit 40.000 € zu Buche. Besonders repräsentative Sondermodelle, bspw. mit einer Glasfassade, fallen natürlich deutlich teurer aus.

Gebrauchte Aufzüge kann man bereits ab 15.000 € erwerben. Es lassen sich damit bis zu 50  % gegenüber dem Neupreis sparen. Gebrauchte Anlagen sind über spezialisierte Fachhändler oder über das Internetauktionshaus Ebay erhältlich.

Wird ein Außenaufzug für den Lastentransport, bspw. auf einer Baustelle oder für den Wohnungsumzug, benötigt, so kann er bereits für 50 € bis 150 € Euro pro Stunde angemietet werden. Darüber hinaus lassen sich Außenaufzüge auch über einen längeren Zeitraum mieten. Der Grundpreis fällt entsprechend geringer aus und bewegt sich zwischen 100 € und 200 € im Monat.