Homelift: Kosten, Bauformen und Hersteller im Vergleich
Ein Homelift ist ein kompakter Personenaufzug für das private Wohnhaus. Er braucht keinen gemauerten Schacht, keinen Maschinenraum und kommt mit rund einem Quadratmeter Grundfläche aus. Über zwei Etagen kostet ein Homelift einschließlich Montage meist 25.000 bis 50.000 €, über drei Etagen 50.000 bis 80.000 €.
Diese Seite vergleicht die Bauformen, zeigt die Maße und Preise und ordnet die Hersteller ein. Wie Sie den Einbau im eigenen Haus planen und welche Förderung Sie beantragen, steht ausführlich unter Aufzug im Einfamilienhaus.
Was ist ein Homelift?
„Homelift“ ist kein Normbegriff, sondern der Name, unter dem Hersteller ihre Privataufzüge anbieten. Technisch steckt dahinter fast immer ein Senkrechtlift: eine Plattform oder kleine Kabine, die an einer Säule oder in einem selbsttragenden Schachtgerüst senkrecht fährt.
Der Unterschied zum klassischen Aufzug liegt in der Geschwindigkeit. Viele Homelifte fahren mit höchstens 0,15 m/s. Bis zu dieser Grenze gilt die Maschinenrichtlinie statt der Aufzugsrichtlinie – und daraus ergeben sich die praktischen Vorteile:
- Kein gemauerter Schacht: Das Schachtgerüst mit Glas- oder Paneelwänden wird mitgeliefert und steht frei im Raum oder an der Wand.
- Kaum Grube: Statt einer Schachtgrube von einem Meter reichen wenige Zentimeter, manche Modelle stehen mit einer flachen Rampe direkt auf dem Boden.
- Haushaltsstrom: Oft genügt ein gewöhnlicher 230-Volt-Anschluss, ein Maschinenraum entfällt.
- Einfachere Abnahme: Der Prüf- und Dokumentationsaufwand ist deutlich geringer als bei einer Aufzugsanlage.

Der Preis dafür ist das Tempo: Eine Etage dauert rund 20 bis 30 Sekunden. Setzen Sie sich deshalb vor der Bestellung in eine Musteranlage – ob sich die Fahrt richtig anfühlt, klärt keine Produktbeschreibung.
Bauformen im Überblick
Die Modelle unterscheiden sich weniger in der Technik als darin, wer mitfahren soll und wo der Lift steht. Vier Bauformen decken fast alle Fälle ab:
Kompaktlift
Für ein bis zwei stehende Personen, fährt durch einen Deckendurchbruch. Kleinste Grundfläche, oft rund oder als schlanke Säule gestaltet – mehr unter Mini-Aufzug.
ab ca. 1 m² Grundfläche
Plattformlift mit Schachtgerüst
Offene Plattform in einem Gerüst mit Glas- oder Paneelwänden. Mit größerer Plattform auch für einen Rollstuhl und eine Begleitperson geeignet.
Nutzlast meist 250 – 400 kg
Kabinenlift
Geschlossene Kabine mit eigener Tür, näher am klassischen Aufzug. Etwas teurer und größer, dafür kein Kontakt zur Schachtwand während der Fahrt.
oberer Bereich der Preisspanne
Homelift außen
Wetterfeste Ausführung an der Fassade, wenn innen kein Platz ist. Braucht ein Fundament und in der Regel eine Baugenehmigung.
30.000 – 50.000 € bei 2 Etagen
Die Außenvariante folgt denselben Regeln wie jeder Anbau an der Fassade – Abstandsflächen, Fundament und Genehmigung stehen unter Außenaufzug Kosten.
Was kostet ein Homelift?
Den Preis bestimmen vor allem drei Dinge: die Zahl der Haltestellen, ob das Schachtgerüst mitgeliefert wird und wie groß die Plattform sein muss. Die Spannen gelten einschließlich Montage:
- 2 EtagenSchacht bauseits25.000 – 40.000 €
- 2 EtagenSchacht mitgeliefert35.000 – 50.000 €
- 3 Etagen50.000 – 80.000 €
- 4 Etagenmit Keller80.000 – 120.000 €
- Homelift außen2 Etagen, Anbau30.000 – 50.000 €
0 €60.000 €120.000 €
Stand: September 2026, Marktrichtwerte. Ohne bauliche Nebenkosten wie Deckendurchbruch, Elektro- und Malerarbeiten.
Dazu kommen die Vorarbeiten im Haus: Deckendurchbruch mit Statik, Elektroanschluss und das Wiederherstellen von Boden und Wänden. Im laufenden Betrieb ist ein Homelift günstig – ein Wartungsvertrag liegt meist bei 400 bis 900 € im Jahr, der Strombedarf bei 80 bis 150 kWh. Alle Bauarten und Etagenzahlen im Vergleich stehen unter Personenaufzug Kosten.
Förderung vor dem Auftrag beantragen
Die Pflegekasse zahlt bei anerkanntem Pflegegrad bis zu 4.180 € je Maßnahme, bei mehreren Anspruchsberechtigten im Haushalt bis zu 16.720 €. Dazu kommen der KfW-Kredit 159 und der Steuerabzug nach § 35a EStG. Alle Anträge müssen vor Beginn der Maßnahme gestellt werden – Einzelheiten unter Kosten & Förderung.
Wie viel Platz braucht ein Homelift?
Der Platzbedarf hängt fast ausschließlich davon ab, ob ein Rollstuhl mitfahren soll. Als Orientierung:
| Nutzung | Richtwert | Nutzlast |
|---|---|---|
| Ein bis zwei stehende Personen | Grundfläche ab ca. 1 m² | ca. 250 kg |
| Rollstuhl mit Begleitperson | Plattform bzw. Kabine um 1.100 × 1.400 mm | ca. 400 kg |
Das Maß für Rollstuhlnutzer entspricht Typ 2 der DIN EN 81-70, auf den die DIN 18040-2 für barrierefreies Wohnen verweist. Im eigenen Haus sind Sie daran nicht gebunden, doch es ist der verlässlichste Maßstab dafür, dass Rollstuhl und Begleitperson wirklich hineinpassen. Das Schachtgerüst ist je nach Modell außen etwas größer als die Plattform.

Am einfachsten wird es, wenn zwei Nebenräume übereinanderliegen – Abstellraum, Speisekammer, Garderobe –, denn dann muss nur die Decke geöffnet werden. Prüfen Sie außerdem vor der Planung zwei Punkte, an denen Projekte häufig hängen bleiben: die freie Höhe über der obersten Haltestelle – bei Homeliften sind rund 230 cm Kopfraum üblich, unter Dachschrägen wird das knapp – und die Frage, ob vor der Lifttür genug Bewegungsfläche bleibt.
Homelift oder Treppenlift?
Die Frage stellt sich in fast jedem Einfamilienhaus. Die Antwort hängt davon ab, wer die Treppe überwinden muss – und für wie lange die Lösung tragen soll.
| Sitz-Treppenlift | Plattformlift an der Treppe | Homelift | |
|---|---|---|---|
| Kosten | 4.000 – 9.000 € gerade, 9.000 – 17.000 € kurvig | 7.000 – 15.000 € gerade, bis ca. 23.000 € kurvig | 25.000 – 50.000 € bei 2 Etagen |
| Rollstuhl | nein | ja | ja, mit passender Plattform |
| Einbau | Schiene an der Treppe, meist an einem Tag | Schiene an der Treppe | Deckendurchbruch oder Anbau |
| Treppe | bleibt nutzbar, wird schmaler | deutlich schmaler, wenn ausgeklappt | bleibt vollständig frei |
| Mitfahren | eine Person, sitzend | eine Person im Rollstuhl | mehrere Personen, Einkäufe, Wäschekorb |
Faustregel: Wer heute gut sitzen kann und eine gerade Treppe hat, ist mit einem Treppenlift gut beraten – die aktuellen Preise stehen unter Treppenlift Preise. Ist ein Rollstuhl absehbar oder soll das Haus für alle Generationen funktionieren, rechnet sich der Homelift. Für den Rollstuhl an einer Treppe ohne Platz für einen Lift bleibt der Plattformlift.
Treppenlift
- Ein Bruchteil der Kosten
- Kein Eingriff in Decke und Statik
- Nahezu spurlos rückbaubar
- Nur für Personen, die sicher sitzen und umsteigen können
- Keine Lasten, keine zweite Person
Homelift
- Für alle im Haus nutzbar, auch mit Rollstuhl
- Treppe bleibt frei
- Trägt auch dann noch, wenn sich der Bedarf verändert
- Deutlich teurer
- Deckendurchbruch und längere Planung
Hersteller und Anbieter von Homeliften
Der Markt teilt sich in Spezialisten, die ausschließlich Privataufzüge bauen, und Aufzugs- und Liftbauer mit einer eigenen Homelift-Reihe. Eine Auswahl der in Deutschland verbreiteten Anbieter:
| Anbieter | Schwerpunkt |
|---|---|
| Lifton | Kompakte Homelifte für das Einfamilienhaus, unter anderem die Modelle Duo und Trio |
| Aritco | Plattformlifte mit integriertem Schachtgerüst, unter anderem HomeLift Compact, HomeLift und HomeLift Access |
| Cibes Lift | Plattformlifte ohne gemauerten Schacht für innen und außen |
| Garaventa Lift | Homelifte, Senkrechtlifte und Plattformlifte |
| HIRO LIFT | Homelifte, Senkrechtlifte und Plattformlifte |
| Riedl Aufzüge | Homelifte für innen neben klassischen Aufzugsanlagen |
| ThyssenKrupp Encasa | Treppenlifte und Homelifte |
Wichtiger als die Marke ist, was nach der Montage passiert: Wo sitzt der nächste Servicetechniker, welche Reaktionszeit wird schriftlich zugesagt, und wie lange sind Ersatzteile verfügbar? Die vollständige Checkliste für das Gespräch mit dem Anbieter steht unter Aufzug im Einfamilienhaus, weitere Firmen unter Hersteller & Anbieter.
Günstig aus dem Ausland, als Bausatz oder gebraucht?
Die Angebote sind verlockend, weil sie deutlich unter den Preisen der bekannten Hersteller liegen. Drei Punkte entscheiden, ob die Ersparnis bleibt:
- Konformität: Jeder Homelift braucht eine CE-Kennzeichnung und eine Konformitätserklärung. Fehlen sie, fehlt auch die Grundlage für Versicherung, Förderung und einen späteren Verkauf des Hauses.
- Montage und Service: Ein Lift, den kein Fachbetrieb in Ihrer Nähe montiert und wartet, steht im Störungsfall lange still. Klären Sie Wartung und Ersatzteile, bevor Sie bestellen.
- Gebrauchte Anlagen: Förderhöhe, Haltestellen und Türseiten passen selten zu einem anderen Haus. Wird eine Anlage versetzt und angepasst, ist in der Regel eine erneute Prüfung fällig – die Ersparnis ist dann schnell aufgebraucht.
In fünf Schritten zum Homelift
- Bedarf klärenWer fährt mit, heute und in zehn Jahren? Soll ein Rollstuhl mitfahren, bestimmt das die Plattformgröße und den Preis.
- Standort und Statik prüfenÜbereinanderliegende Nebenräume sind ideal. Ein Tragwerksplaner beurteilt den Deckendurchbruch, bevor Sie Angebote einholen.
- Förderung beantragenPflegekasse und KfW verlangen den Antrag vor dem Auftrag. Wer zuerst bestellt, verliert den Zuschuss.
- Angebote vergleichen und probefahrenAchten Sie auf den gleichen Leistungsumfang – Schachtgerüst, Türen, Elektro, Durchbruch – und fahren Sie eine Musteranlage.
- Beauftragen und Wartung regelnUnbar zahlen für den Steuerabzug, Wartungsvertrag gleich mit abschließen, Reaktionszeiten schriftlich festhalten.
Wie der nachträgliche Einbau im Bestand abläuft, steht Schritt für Schritt unter Personenaufzug nachrüsten.
Häufige Fragen zum Homelift
Was kostet ein Homelift?
Über zwei Etagen kostet ein Homelift einschließlich Montage 25.000 bis 50.000 €, je nachdem ob das Schachtgerüst bauseits gestellt oder mitgeliefert wird. Über drei Etagen sind es 50.000 bis 80.000 €, mit vier Haltestellen 80.000 bis 120.000 €. Hinzu kommen Deckendurchbruch, Elektro- und Malerarbeiten.
Braucht ein Homelift einen Schacht?
Keinen gemauerten. Die meisten Homelifte bringen ein selbsttragendes Schachtgerüst mit Glas- oder Paneelwänden mit, das frei im Raum oder an der Wand steht. Eine Schachtgrube von wenigen Zentimetern genügt, bei manchen Modellen reicht eine flache Rampe.
Wie viel Platz braucht ein Homelift?
Für ein bis zwei stehende Personen reicht eine Grundfläche ab etwa einem Quadratmeter. Soll ein Rollstuhl mit Begleitperson mitfahren, ist eine Plattform um 1.100 × 1.400 mm der maßgebliche Richtwert, das Schachtgerüst ist außen etwas größer.
Passt ein Rollstuhl in einen Homelift?
Ja, wenn die Plattform groß genug gewählt wird. Kompakte Modelle für ein bis zwei Personen sind dafür zu klein. Für Rollstuhl und Begleitperson sind eine Nutzfläche um 1.100 × 1.400 mm und eine Nutzlast von rund 400 kg üblich.
Braucht ein Homelift eine Baugenehmigung?
Das regeln die Landesbauordnungen. Ein innenliegender Homelift, der in vorhandenen Räumen bleibt und das äußere Erscheinungsbild nicht verändert, ist vielerorts verfahrensfrei. Ein Homelift an der Fassade ist praktisch immer genehmigungspflichtig. Eine kurze Anfrage bei der unteren Bauaufsichtsbehörde schafft vor dem Auftrag Klarheit.
Muss ein Homelift vom TÜV geprüft werden?
Im selbst genutzten Einfamilienhaus in der Regel nicht, weil die Prüfpflicht der Betriebssicherheitsverordnung für Anlagen in Arbeitsstätten und öffentlich zugängliche Anlagen gilt. Die Wartung nach Herstellervorgabe bleibt erforderlich, meist einmal im Jahr für 400 bis 900 €. Mehr dazu unter Aufzugswartung.
Wie schnell fährt ein Homelift?
Viele Homelifte fahren mit höchstens 0,15 m/s. Eine Etage dauert damit rund 20 bis 30 Sekunden. Diese Grenze ist gewollt: Bis zu dieser Geschwindigkeit gilt die Maschinenrichtlinie statt der Aufzugsrichtlinie, was Schacht, Grube und Abnahme deutlich vereinfacht.
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