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Personenaufzug nachrüsten: Wege, Kosten und Genehmigung

Ein Aufzug gehört mittlerweile zur Standardausstattung vieler Mehrfamilienhäuser, auch wenn bei einem Großteil der Bauten in Deutschland noch Nachholbedarf besteht. Er trägt erheblich zur Steigerung des Wohnwertes bei, da schwere und sperrige Lasten – Einkaufstüten, Sprudelkisten oder Kinderwägen beispielsweise – fortan nicht mehr mühselig die Treppe hinaufgetragen werden müssen. Wer bei seinem Gebäude Modernisierungsbedarf sieht, kann heutzutage schnell und meist auch recht günstig einen neuen Aufzug einbauen lassen oder das bestehende Modell auf den aktuellen technischen Stand bringen bzw. einen Aufzug einfach nachrüsten.

Was planen Sie?

Kostenlos · unverbindlich · bis zu zwei Fachbetriebe aus Ihrer Region

Schacht im Treppenauge40.000 – 80.000 €kein Deckendurchbruch
Deckendurchbruch oder Außenanbau60.000 – 120.000 €Glasverkleidung + 15 – 30 %
Dauer6 – 12 Monatebis zur Inbetriebnahme

Bestandteile eines Aufzugs

1. Antrieb des Aufzugs

Der Antrieb bei einem Seilaufzug besteht aus dem Tragseil mit Gegengewicht, den Bremsen sowie einem Maschinenraum plus Aufzugsschacht. Sollten Sie sich für einen neuen Aufzug entscheiden, ergeben sich folgende Vorteile:

  • Bessere Raumnutzung bzw. Platzeinsparung
  • Weniger Geräuschbelastung durch bessere Dämmmaßnahmen
  • Effizientere Auslastung durch moderne Steuerung
  • Mehr Sicherheit

2. Aufzugssteuerung & Elektrik

Ein moderner Aufzug überzeugt nicht zuletzt durch eine ausgeklügelte elektrische Steuerung und die damit einhergehende Sicherheit sowie Komfort. Durch die Modernisierung der Steuerung und Elektrik ergeben sich folgende Vorteile:

  • Verringerung der Unfallgefahr
  • Bessere Steuerung des Verkehrsflusses
  • Höhere Energieeffizienz
  • Sanfte Beschleunigung und softes Bremsen des Aufzugs
  • Bessere Fehler- und Störanalyse

3. Aufzug-Kabine

  • Behindertengerechte Ausstattung nach Norm (EN 81-70)
  • Modernes, digitales Display (hauptsächlich in öffentlichen Gebäuden & Bürogebäuden)
  • Ansprechendes Erscheinungsbild

4. Türen

  • Hohe Sicherheit durch integrierte Fotozellen bzw. Lichtschranken
  • Nahezu geräuschloses Öffnen und Schließen der Aufzugstüren
  • Weniger störanfällig durch moderne Steuertechnik

In drei Schritten zum Angebot

Sie sind unsicher, welche Lösung für Ihre Situation passt? Wählen Sie im Anfrageformular zunächst Ihr Vorhaben aus – wir führen Sie von dort aus weiter.

Drei Aufzugsangebote im Vergleich, das passende Angebot ist markiert

Innen oder außen?

Bei der Nachrüstung stehen Hausbesitzern zwei Möglichkeiten offen. Zum einen können sie den Aufzug in das Treppenhaus im inneren des Gebäudes integrieren. Die Integrierung einer Aufzuganlage beispielsweise in das Treppenauge geradläufiger Treppen nutzt vorhandenen Platz sinnvoll aus und spart wertvolle Zeit.

Drei Gebäudeschnitte im Vergleich: Aufzugsschacht im Treppenauge, innen mit Deckendurchbrüchen und als Anbau an der Fassade

Statt auf jeder Etage die Decke durchbrechen zu müssen, wird im Treppenauge ein Stahlgerüst aufgestellt, das lediglich an den Etagen direkt mit dem Gebäude verbunden wird. Dies führt zu einer nur sehr geringen Beeinflussung der Statik des gesamten Bauwerks. Moderne Aufzugssysteme sind mittlerweile so flexibel, dass sie auch auf Grundflächen von unter einem Quadratmeter problemlos sinnvoll integriert werden können. Selbst unter diesen extremen Bedingungen erreichen sie noch eine Traglast von bis zu 140 Kilogramm, was in der Regel ausreicht, um mindestens eine erwachsene Person zu befördern.

Soll ein Rollstuhl mitfahren, gelten feste Mindestmaße für den Fahrkorb. Maßgeblich ist heute DIN 18040-2 für barrierefreie Wohnungen – sie verweist auf einen Aufzug mindestens nach Typ 2 der DIN EN 81-70: Fahrkorb 1.100 × 1.400 mm, lichte Türbreite 900 mm. Damit passen Rollstuhl und Begleitperson hinein. Die Norm regelt auch die Höhe des Bedientableaus und die Anordnung der Haltestangen.

Ist innen kein Platz, wird der Schacht an die Fassade gesetzt. Auch dort trägt ein selbsttragendes Stahlgerüst die Anlage; verkleidet wird es geschlossen mit Stahl oder Aluminium oder verglast. Die Glasvariante wertet die Fassade sichtbar auf, kostet aber Aufpreis und macht den Aufzug zum Gestaltungselement – was bei Denkmalschutz zum Problem werden kann.

Auch diese Variante nimmt nur an den Aus- und Einstiegspunkten auf den Etagen Einfluss auf die Statik des Gebäudes, welcher in der Regel aber zu vernachlässigen ist.

Was vorher zu klären ist

Die Frage, ob die Installation eines Fahrstuhls im Inneren des Gebäudes möglich oder doch nur an der Außenfassade sinnvoll ist, ist nur eine von vielen, die man sich vor dem Einbau stellen muss. Im Zuge der Entscheidungsfindung müssen auch diese Punkte besonders beachtet werden:

  • Notwendige Größe der Kabine
  • Minimale Traglast
  • Maximale Förderhöhe
  • Zugangsmöglichkeit auf allen Etagen
  • Zugangsmöglichkeit im Außenbereich
Aufzug im Altbau nachrüsten: neuer Schacht mit Deckendurchbrüchen in jedem Geschoss

Bestehende Anlage modernisieren

Oftmals verfügen ältere Gebäude bereits über eine bestehende Aufzuganlage, deren Modernisierung bei der Renovierung des gesamten Komplexes meist ebenfalls sinnvoll ist. Zum einen aus dem Grund, da besonders an der Fassade angebrachte Aufzüge optisch nicht mehr in das neue Erscheinungsbild passen, und zum anderen, weil modernisierte Anlagen wegen der aktuellen Technik weniger Strom benötigen und somit effizienter arbeiten.

Aufzug modernisieren: alte Anlage und modernisierter Fahrkorb im Vergleich

Bedarfsanalyse

Ob man die bestehende Anlage komplett austauschen muss oder nur einige Teile ersetzt werden müssen, kann nur von einem Sachverständigen geklärt werden. In einer Bedarfsanalyse stellt dieser fest, ob sich die eingebaute Technik dahingehend optimieren lässt, dass der Personentransport zu den einzelnen Etagen schneller stattfinden kann, ob die Sicherheitseinrichtungen noch aktuellen Standards entsprechen und ob sich beim Thema Energieeffizienz noch etwas einsparen lässt.

Was sich modernisieren lässt

Bei der Bedarfsanalyse werden alle Komponenten einer eingehenden Prüfung unterzogen, dazu gehören auch die Türen, Steuerungs- und Bedienelemente, Sicherheitseinrichtungen und die Kabine. Insbesondere ein Austausch der Kabinentüren kann zu einer Erhöhung der Sicherheit aller Fahrgäste beitragen. Moderne Lichtschranken erkennen in einem Bruchteil einer Sekunde, ob sich noch Personen zwischen Tür und Kabine befinden.

Steuerungs- und Bedienelemente können dahingehend optimiert werden, dass sie einerseits – wie oben bereits erwähnt – bei Nicht-Betrieb in den Standby-Modus versetzt werden und andererseits auch von Menschen im Rollstuhl noch gut erreicht werden können. Zudem senkt eine Modernisierung die Ausfallzeiten. Der Komfort der Passagiere wird durch ein sanftes An- und Abfahren gewährleistet.

Auch die Kabinen bieten zunächst ungeahntes Optimierungspotenzial. Bereits das Entfernen von alten Graffiti, Kaugummiresten und anderen Spuren des Vandalismus sorgt für ein deutlich angenehmeres Gefühl bei der Fahrt. Bei einem Austausch der gesamten Kabine kann auf die Verkleidung im Sinne der Wärmeisolation geachtet werden.

Hinsichtlich der Barrierefreiheit muss auf die Vorgaben der Aufzugsrichtlinie DIN EN 81-70 Wert gelegt werden. Diese beschreibt den Grad der Zugänglichkeit, der gewährleistet sein muss, damit auch Rollstuhlfahrer und Menschen mit Behinderungen die Anlage problemlos nutzen können.

Was die Nachrüstung kostet

Pauschal lässt sich das nicht beantworten – aber es gibt belastbare Größenordnungen. Entscheidend ist, wie stark in die Bausubstanz eingegriffen werden muss.

VarianteWas dazugehörtKosten
Schacht im TreppenaugeStahlgerüst, kein Deckendurchbruch40.000 – 80.000 €
Innen mit DeckendurchbrüchenStatik, Brandschutz, Flächenverlust60.000 – 120.000 €
Außenanbau an der FassadeFundament, Wanddurchbrüche60.000 – 120.000 €
Außenanbau mit GlasverkleidungAufpreis auf die Stahlvariante+ 15 – 30 %
Modernisierung bestehender AnlageSteuerung, Türen, Kabine15.000 – 40.000 €

Stand: September 2026. Marktrichtwerte für ein Mehrparteienhaus mit vier bis fünf Haltestellen, einschließlich Montage, ohne Planung und Wiederherstellung der Oberflächen.

Den größten Ausschlag gibt der Schacht. Deshalb ist das Treppenauge – wo es groß genug ist – fast immer die günstigste Variante: Das Stahlgerüst wird hineingestellt und nur an den Etagen mit dem Bauwerk verbunden.

Zur Berechnung der genauen Kosten sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden, der alle Faktoren berücksichtigen und anschließend einen recht genauen Preis nennen kann. Dabei sollte beachtet werden, dass zu den reinen Materialkosten zusätzlich noch Kosten für die Installation und die anschließende Wartung und Reinigung hinzukommen. Sowohl Mieter als auch Vermieter sollten dabei beachten, dass sich eine Installation oder Modernisierung einer Aufzuganlage auf die Mietkosten niederschlagen kann.

Den Preis bestimmen vor allem diese Faktoren:

  • Förderhöhe
  • Nennlast
  • Zusätzliche Ausstattung
  • Kabinengröße
  • Geschwindigkeit
  • Antriebsart
  • Ort der Installation

→ Alle Preisspannen nach Gebäudeart: Aufzug Kosten.

Genehmigung und Beschluss

Zwei Hürden entscheiden darüber, ob aus dem Vorhaben etwas wird – und beide liegen vor dem ersten Angebot.

Braucht die Nachrüstung eine Baugenehmigung?

Das regeln die Landesbauordnungen unterschiedlich, eine bundesweite Antwort gibt es nicht. Als Faustregel: Ein Schacht im Gebäudeinneren, der die äußere Gestalt nicht verändert, ist vielerorts verfahrensfrei. Ein Anbau an der Fassade ist es praktisch nie – er verändert die Kubatur und braucht in aller Regel einen Bauantrag.

Ob für Ihr Gebäude eine Aufzugspflicht besteht – und warum Bestandsgebäude in der Regel nicht nachrüsten müssen –, steht unter Aufzugspflicht.

Verlassen Sie sich weder auf die Faustregel noch auf die Zusage eines Verkäufers, es brauche keine Genehmigung. Eine formlose Anfrage bei der unteren Bauaufsichtsbehörde kostet wenig und schafft Klarheit, bevor Geld fließt. Steht das Gebäude unter Denkmalschutz, ist die Denkmalbehörde in jedem Fall zu beteiligen – auch bei Maßnahmen im Inneren.

Der Deckendurchbruch verbindet zwei Geschosse dauerhaft. Der Rettungsweg über das Treppenhaus muss nutzbar bleiben, und je nach Landesbauordnung gelten Anforderungen an Schürzen und Schachtöffnungen. Ein Fachbetrieb, der das nicht von sich aus anspricht, ist der falsche.

Wer entscheidet in der Eigentümergemeinschaft?

Im Mehrparteienhaus ist die Nachrüstung fast immer eine Sache der Gemeinschaft. Für den Beschluss genügt nach § 20 Abs. 1 WEG die einfache Mehrheit. Entscheidend ist aber die Kostenfrage: Erst ab mehr als zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen und der Hälfte aller Miteigentumsanteile tragen alle Eigentümer die Kosten anteilig. Darunter zahlen nur die, die zugestimmt haben – und nur diese dürfen den Aufzug nutzen. Wie der Beschluss vorbereitet wird, was jede Wohnung zahlt und ein Muster für den Antrag stehen unter Aufzug in der Eigentümergemeinschaft.

Wichtig für die Planung: Zielen Sie in der Eigentümerversammlung nicht auf die einfache Mehrheit, sondern auf zwei Drittel. Sonst finanziert ein kleiner Kreis die Anlage allein – und der Rest bleibt außen vor.

→ Beschluss, Kostenverteilung und Umlage auf die Miete im Detail: Aufzug im Mehrfamilienhaus.

Der Ablauf

Von der ersten Überlegung bis zur Inbetriebnahme vergehen realistisch sechs bis zwölf Monate. Der Bau ist dabei der kürzeste Teil.

  1. BestandsaufnahmeWo ist überhaupt Platz? Treppenauge ausmessen, Nebenräume prüfen, Fassade als Alternative bewerten. Ein Tragwerksplaner sagt, was die Decken hergeben.
  2. Beschluss und GenehmigungIn der Eigentümergemeinschaft den Beschluss vorbereiten und bei der Bauaufsicht anfragen. Beides braucht Vorlauf und gehört vor die Angebotsphase.
  3. Förderung beantragenKfW-Kredit 159 über die Hausbank, Pflegekassen-Zuschuss für betroffene Bewohner – beides zwingend vor Beginn der Maßnahme.
  4. Drei Angebote einholenAuf gleichen Leistungsumfang achten: Schacht, Türen, Elektro, Durchbrüche, Wiederherstellung, Abnahme. Nur dann sind die Zahlen vergleichbar.
  5. Bauen und abnehmen8 bis 16 Wochen Lieferzeit, danach Montage. Zum Schluss Abnahme, Prüfbuch, Notrufaufschaltung und Wartungsvertrag.

Häufige Fragen

Kann man einen Aufzug nachträglich einbauen?

In den meisten Gebäuden ja. Am günstigsten ist ein Stahlgerüst im Treppenauge, weil dafür keine Geschossdecken durchbrochen werden müssen. Reicht der Platz nicht, kommt ein Anbau an der Fassade infrage. Ein Tragwerksplaner muss den Eingriff in jedem Fall beurteilen.

Was kostet die Nachrüstung?

Im Treppenauge 40.000 bis 80.000 €, mit Deckendurchbrüchen oder als Außenanbau 60.000 bis 120.000 €. Eine Glasverkleidung schlägt mit 15 bis 30 Prozent Aufpreis zu Buche. Die Modernisierung einer bestehenden Anlage liegt bei 15.000 bis 40.000 €.

Braucht der Einbau eine Baugenehmigung?

Das regeln die Landesbauordnungen unterschiedlich. Ein innenliegender Schacht ist vielerorts verfahrensfrei, ein Anbau an der Fassade praktisch immer genehmigungspflichtig. Fragen Sie vor der Beauftragung bei der unteren Bauaufsichtsbehörde nach.

Wie viel Platz braucht der Aufzug?

Moderne Anlagen kommen mit unter einem Quadratmeter Grundfläche aus und tragen dann rund 140 kg – genug für eine Person. Soll ein Rollstuhl mitfahren, ist ein Fahrkorb von 1.100 × 1.400 mm nötig, Typ 2 nach DIN EN 81-70.

Wer entscheidet im Mehrparteienhaus?

Die Eigentümergemeinschaft. Für den Beschluss genügt die einfache Mehrheit, für die Kostenverteilung auf alle braucht es mehr als zwei Drittel der Stimmen und die Hälfte der Miteigentumsanteile.

Wie lange dauert das Ganze?

Von der ersten Überlegung bis zur Inbetriebnahme realistisch sechs bis zwölf Monate. Davon entfallen 8 bis 16 Wochen auf die Lieferzeit; Beschluss, Genehmigung und Förderantrag brauchen den größeren Teil des Vorlaufs.

Angebote vergleichen

Um beim Bau- oder Renovierungsvorhaben nicht zu viel bezahlen zu müssen, lohnt es sich, die Aufzugspreise verschiedener Anbieter zu vergleichen. In der Regel können diese auch individuelle Lösungen für Gebäude anbieten, die nur begrenzten Platz für einen Aufzug bereithalten. Nicht selten lohnt sich auch das Nachfragen nach gebrauchten Systemen.

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