Hauslift-Vergleich: 27 Modelle mit Maßen, Grube und Tragkraft
Wer einen Hauslift sucht, findet auf den Herstellerseiten sehr unterschiedlich ausführliche technische Angaben – und nirgends einen Vergleich über die Marken hinweg. Wir haben deshalb die öffentlichen Datenblätter von zwölf Herstellern ausgewertet und die Werte zusammengetragen, die über Machbarkeit und Preis entscheiden: Innenmaß, Tragkraft, Grubentiefe, Haltestellen und Außentauglichkeit. Alles, was ein Hersteller nicht veröffentlicht, steht als „k. A.“ – geschätzt oder gerundet haben wir nichts.
Was ist ein Hauslift?
Ein Hauslift – auch Homelift oder Senkrechtlift genannt – fährt langsam und gilt rechtlich als Maschine nach der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG in Verbindung mit DIN EN 81-41, nicht als Aufzug nach der Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU. Der Grund: Aufzüge mit einer Geschwindigkeit von höchstens 0,15 m/s nimmt die Aufzugsrichtlinie ausdrücklich von ihrem Anwendungsbereich aus. Daraus entstehen die Vorteile des Hauslifts – kaum Grube, kein Maschinenraum, geringer Platzbedarf, einfache Stromversorgung – und seine Grenzen: gemächliches Tempo, meist Totmann-Bedienung, begrenzte Förderhöhe.
Platz-Check: Welche Modelle passen in Ihr Haus?
Stellen Sie ein, was bei Ihnen baulich geht. Die Tabelle zeigt danach nur noch die Modelle, deren kleinste Bauform Ihre Vorgaben erfüllt.
| Modell | Innenmaßmm, Breite × Tiefe | Traglastkg, Baureihe | Grubemm | Haltestellenmaximal | 1.000 × 1.250 mmerreicht ab (mm) | Außen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CibesA4000 | ab 600 × 830 | 300 | keine | 6 | in keiner Baugröße | nein |
| CibesA5000 | ab 800 × 1217 | 400–500 | keine | 6 | ab 1000 × 1267 mm | ja |
| CibesAir | ab 600 × 830 | 300–500 | keine | 6 | ab 1000 × 1267 mm | nein |
| CibesC1 Pure | ab 900 × 950 | 300–630 | 100 | 6 | ab 1100 × 1400 mm | nein |
| AritcoHomeLift S5–S15 | ab 600 × 830 | 250–400 | keine | 6 | 1100 × 1400 mm | nein |
| AritcoHomeLift Access | ab 900 × 1040 | 250–500 | keine | 6 | ab 1000 × 1280 mm | ja |
| AritcoHomeLift Compact | ab 580 × 805 | 250 | keine | 6 | in keiner Baugröße | nein |
| LiftonLiftonDUO | 790 × 720 | 170 | keine | 2 | in keiner Baugröße | nein |
| LiftonLiftonTRIO | 770 × 1150 | 250 | keine | 3 | in keiner Baugröße | nein |
| VimecHome Lift E20 | ab 900 × 800 | 400–500 | 120 | k. A. | ab 1100 × 1400 mm | ja |
| VimecE07 Easy Move * | ab 1250 × 1000 | 300–400 | 120 | 5 | ab 1250 × 1000 mm | ja |
| VimecE10 ECOVimec * | ab 1250 × 1000 | 300–500 | 120 | 5 | ab 1250 × 1000 mm | ja |
| KaleaA4 Mini | ab 600 × 830 | 300 | keine | 6 | in keiner Baugröße | nein |
| KaleaA4 Primo | ab 800 × 1217 | 400–500 | keine | 6 | ab 1000 × 1267 mm | nein |
| KaleaAtmos | ab 600 × 830 | 300–500 | keine | 6 | ab 1000 × 1267 mm | nein |
| KaleaLuna | ab 625 × 950 | 300–500 | keine | 6 | ab 1025 × 1350 mm | nein |
| KaleaC1 Futura | ab 900 × 950 | 300–630 | 100 | 6 | ab 1100 × 1400 mm | nein |
| KaleaOutdoor Lift | ab 1000 × 1467 | 400–500 | keine | 6 | ab 1000 × 1467 mm | ja |
| HIRO LIFTA4 Mini | ab 600 × 830 | 300 | keine | 6 | in keiner Baugröße | nein |
| HIRO LIFTA4 | ab 800 × 1217 | 400–500 | keine | 6 | ab 1000 × 1267 mm | ja |
| HIRO LIFTA4 Mille | ab 1105 × 2180 | 1000 | keine | 6 | 1105 × 2180 mm | nein |
| HIRO LIFTC4 | ab 1100 × 1200 | 525–630 | 100 | 6 | ab 1100 × 1400 mm | nein |
| HIRO LIFT420 | ab 1000 × 1250 | 315–500 | k. A. | 10 | ab 1000 × 1250 mm | ja |
| GaraventaGenesis Typ B * | ab 600 × 830 | 300–500 | keine | 6 | ab 1000 × 1267 mm | ja |
| GaraventaVuelift | 0,76 m² | 226 | 76 | 6 | in keiner Baugröße | nein |
| GaraventaLuma | 739 × 706 | 180 | keine | 2 | in keiner Baugröße | nein |
| LehnerSigma | ab 920 × 1100 | 385 | keine | 4 | 1100 × 1400 mm | ja |
Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben – die Modellspalte bleibt dabei stehen.
Angaben aus den öffentlichen Produktseiten und Datenblättern der Hersteller, Stand 22. September 2026, ohne Gewähr; die Fundstellen stehen unten unter „Quellen und Stand“. In jeder Zeile steht das kleinste angebotene Innenmaß und die Tragkraft der gesamten Baureihe – beide Werte gehören nicht zwangsläufig zur selben Baugröße. Die Spalte „1.000 × 1.250 mm“ ist unser eigener Maßvergleich mit dem Kabinenmaß Typ 1 nach DIN EN 81-70 und nennt die kleinste Baugröße, die dieses Maß erreicht. Sie ist weder eine Herstellerangabe noch eine Konformitätserklärung noch eine Eignungszusage für einen bestimmten Rollstuhl – nur Cibes und Kalea nehmen bei C1 Pure und C1 Futura überhaupt auf EN 81-70 Bezug. Welches Modell in welcher Größe in Ihr Haus passt, entscheidet die Begehung: Angebote vergleichen.
Unabhängigkeit, Auswahl und Finanzierung
personenaufzuege.com ist ein herstellerunabhängiges Vergleichsportal und gehört zu keinem der genannten Unternehmen; es besteht keine gesellschaftsrechtliche oder vertragliche Verbindung zu den Herstellern. Alle genannten Marken- und Modellbezeichnungen sind Kennzeichen der jeweiligen Inhaber und werden hier ausschließlich zur Beschreibung und zum Vergleich der Produkte verwendet. Aufgenommen haben wir jedes Modell, zu dem der Hersteller am 22. September 2026 technische Daten öffentlich zugänglich gemacht hat. Welche Modelle nach Ihrer Eingabe angezeigt werden, richtet sich allein nach diesen veröffentlichten Werten und Ihren Filtereinstellungen; sortiert wird alphabetisch nach Hersteller. Eine Platzierung gegen Entgelt gibt es nicht. Fordern Sie über dieses Portal Angebote an, leiten wir Ihre Anfrage an höchstens zwei Fachbetriebe aus unserem Partnernetz weiter und erhalten dafür eine Vergütung. Diese Betriebe führen nicht zwangsläufig alle hier verglichenen Marken.
* Vimec E07 Easy Move und E10 ECOVimec: Die Werte stammen aus internationalen Vimec-Datenblättern (E07: Stand 2015); auf vimec.de sind aktuell nur AR:IA und Home Lift E20 gelistet. Ob die Modelle in Deutschland angeboten werden, ist damit offen. Garaventa Genesis Typ B: technische Daten von der deutschsprachigen Garaventa-Lift-Seite (Schweiz); ob das Modell derzeit regulär über Garaventa Lift Deutschland vertrieben wird, ist aus öffentlichen Quellen nicht belegbar.
Die Stellfläche in der ersten Frage meint die Kabinen- oder Plattformfläche, nicht den Platzbedarf im Raum. Rechnen Sie außen ungefähr 15 bis 25 cm je Seite für den Schacht dazu: Aus einer Kabine von 1.000 × 1.280 mm wird so ein Außenmaß von rund 1.400 × 1.400 mm.
Fünf Erkenntnisse aus dem Vergleich
1. Grubenlos ist der Normalfall, nicht die Ausnahme
19 der 27 Modelle kommen ohne Grube aus – sie stehen auf dem fertigen Fußboden, der Einstieg erfolgt über eine flache Rampe von wenigen Zentimetern, oder sie werden 37 bis 50 mm versenkt. Das spart im Bestand den teuersten Teil des Umbaus. Kabinenlifte mit Schiebetüren brauchen dagegen fast immer eine Grube: Cibes C1 Pure und Kalea C1 Futura 100 mm (120 mm bei Holz- oder Fliesenboden), HIRO C4 100 mm, Vimec 120 bis 140 mm, DICTATOR mindestens 80 mm bei empfohlenen 200 mm.
2. Nach oben brauchen Sie mehr Platz als gedacht
Der kritische Wert im Obergeschoss ist die lichte Höhe über der obersten Haltestelle. Plattformlifte kommen mit 2.225 bis 2.300 mm aus (Aritco HomeLift Compact: immer 2.248 mm, Garaventa Genesis: 2.250 mm, als Option 2.050 mm). Kabinenlifte brauchen deutlich mehr: 2.450 bis 2.500 mm bei Cibes C1 Pure, Kalea C1 Futura und HIRO C4, bis 2.600 mm bei Vimec mit Kabinentür und bei Kleemann Maison200. Bei einer niedrigen Dachgeschossdecke entscheidet dieser Wert darüber, ob die oberste Etage überhaupt angefahren werden kann.
3. Das Rollstuhlmaß erreichen nur die größeren Baugrößen
Der übliche Maßstab ist DIN EN 81-70 Typ 1: 1.000 mm breit, 1.250 mm tief. Die kleinen Einstiegsmodelle – Cibes A4000, Kalea A4 Mini, HIRO A4 Mini, Aritco Compact, Lifton DUO, Garaventa Luma und Vuelift – erreichen dieses Maß in keiner Variante. Bei den übrigen Baureihen erreicht es erst eine größere Baugröße, etwa ab 1.000 × 1.267 mm bei den Plattformliften oder ab 1.100 × 1.400 mm bei den Kabinenliften; der Platz-Check nennt sie je Modell. Zum Wenden in der Kabine reicht auch das noch nicht: Aritco nennt diese Möglichkeit erst ab 1.100 × 1.480 mm. Und noch einmal ausdrücklich: Nur Cibes C1 Pure und Kalea C1 Futura nehmen überhaupt auf EN 81-70 Bezug; unsere Angabe ist ein reiner Maßvergleich und keine Aussage über die Eignung für einen bestimmten Rollstuhl.
4. Ein Hersteller nennt Preise – elf nicht
Lifton veröffentlicht als einziger Hersteller Preise: der LiftonDUO ab 27.000 €, der LiftonTRIO ab 29.000 €, mit drei Etagen ab 39.500 € (Stand 22.09.2026). Alle anderen Hersteller verweisen auf den Fachbetrieb vor Ort. Was das für Ihre Kalkulation bedeutet, steht weiter unten unter „Was ein Hauslift kostet“.
5. Die Angaben sind nicht immer eindeutig
Bei der Auswertung sind uns drei Unstimmigkeiten in öffentlichen Herstellerangaben aufgefallen (Stand 22. September 2026), die Sie im Angebot klären lassen sollten. Aritco nennt auf der deutschen Produktseite zum HomeLift Access unter „Nenngeschwindigkeit“ in zwei Zeilen 0,15 m/s und 0,25 m/s, jeweils „innerhalb von Europa“. Lifton gibt für den DUO im PDF-Datenblatt (Stand 03/24) 79 × 72 cm Kabinenfläche an, auf der Modellseite 77 × 67 cm; beim TRIO nennt das Datenblatt eine Etage bis 4,50 m, die Modellseite zwei bis drei Etagen bis 6 m („TRIOplus“). Und bei KLEEMANN steht auf der Produktseite zum MaisonLIFT Plus an einer Stelle „Maschinenrichtlinie 2014/33/EU“ und an anderer „Machinery Directive 2006/42/EC“ – unter der Nummer 2014/33/EU ist die Aufzugsrichtlinie veröffentlicht. Wir gehen in allen drei Fällen von redaktionellen Unstimmigkeiten auf den Webseiten aus; über die tatsächliche Ausführung, Zertifizierung oder Sicherheit der Anlagen sagen sie nichts aus. Genau deshalb gilt: Lassen Sie sich die für Ihre Anlage maßgeblichen Werte und das zugrunde liegende Regelwerk im Angebot schriftlich bestätigen.
Modelle ohne öffentliche Maßangaben
Zwölf weitere Modelle sind am Markt, ohne dass die Hersteller Innenmaße veröffentlichen. Sie fehlen im Platz-Check oben, gehören aber in jede Vorauswahl – gerade bei Sonderlösungen, denn hier wird häufig nach Maß gebaut:
| Hersteller / Modell | Bauart | Was bekannt ist |
|---|---|---|
| KLEEMANN Maison100 H / E | Kabinen-Homelift, hydraulisch oder elektrisch | bis 400 kg (H) bzw. 385 kg (E), 12 m Förderhöhe, 5 Haltestellen, Grube 100 mm, Schachtkopf 2.400–2.500 mm |
| KLEEMANN Maison200 H | Kabinen-Homelift, hydraulisch, selbsttragende Alu-Konstruktion möglich | bis 630 kg, 12 m, 6 Haltestellen, Grube 100–150 mm, Schachtkopf 2.450–2.600 mm |
| KLEEMANN MaisonLIFT Plus | Homelift-Reihe in zwei Ausführungen | 180–450 kg bzw. 180–1.000 kg, 15 bzw. 20 m, 6 bzw. 8 Haltestellen |
| TK Elevator Homelift H100 | Senkrechtlift, auch in bestehenden Schacht | 250–400 kg, Förderhöhe 1,4–12 m, 6 Haltestellen, Grube 50 mm, Schachtkopf 2.430 mm, Spindelantrieb |
| TK Elevator H200 | Plattform oder geschlossene Kabine, hydraulisch | über 80 Plattformgrößen und Maßanfertigung, innen und außen |
| TK Elevator H300 NXT | Kabinen-Heimaufzug | seilloses Traktionssystem mit Riemenantrieb, „minimale Schachtgrube“ (wörtlich von der Produktseite, abgerufen am 22.09.2026) |
| DICTATOR Homelift DHM 500 | maßgefertigter Kabinen-Homelift, hydraulisch | bis 500 kg (250 kg je m²), 17 m, Grube ab 80 mm (empfohlen 200 mm), Schachtkopf ab 2.300 mm, Kabine bis 1.200 × 2.000 mm, TÜV-Baumusterprüfung |
| Vimec AR:IA | Homelift, hydraulisch oder elektrisch | 2 bis 5 Etagen, innen und außen – weitere Werte veröffentlicht der Hersteller nicht |
| VENIT Core / Core Long / Max | schachtloser Säulen-Homelift mit Riemenantrieb | bis zu 6 Etagen, Akku, SIL-3-Sicherheitssteuerung; Core Long rund 35 cm tiefer als Core |
Nach unserer Recherche vom 22. September 2026 waren außerdem einige häufig gesuchte Modellbezeichnungen auf den deutschsprachigen Hersteller-Webseiten nicht gelistet: eine „Cibes V-Serie“, ein „HIRO 2.0“, ein „Kleemann Vertica Home“ sowie „Aritco 4000“ und „Aritco 6000“. Auch ein „Lifton Quattro“ war dort nicht aufgeführt; die Modellübersicht auf lifton.de nennt DUO und TRIO. Ob diese Modelle unter anderer Bezeichnung, als Auslaufmodell, über Fachbetriebe oder auf anderen Märkten erhältlich sind, lässt sich den öffentlichen Seiten nicht entnehmen – fragen Sie im Zweifel direkt beim Hersteller nach.
Hauslift oder richtiger Aufzug? Der Unterschied, der alles verändert
Die wichtigste Weichenstellung ist nicht die Marke, sondern das Regelwerk. Fast alle Hauslifte sind Maschinen; ein Personenaufzug fällt dagegen unter die Aufzugsrichtlinie. Daraus folgen unterschiedliche Kosten, Bauzeiten und Pflichten:
| Hauslift (Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, EN 81-41) | Aufzug (Richtlinie 2014/33/EU, EN 81-20/50) | |
|---|---|---|
| Geschwindigkeit | in der Regel höchstens 0,15 m/s – ein Geschoss dauert rund 20 Sekunden | üblich 0,6 bis 1,0 m/s |
| Grube | oft keine, sonst 50 bis 150 mm | meist 900 bis 1.200 mm |
| Schachtkopf | ab 2.225 mm | meist ab 3.400 mm |
| Bedienung | häufig Totmann: Taste gedrückt halten während der Fahrt | Impulssteuerung, Taste antippen |
| Förderhöhe | meist bis 12 bis 15 m, im Einzelfall 20 m | praktisch unbegrenzt |
| Tragkraft | meist 170 bis 630 kg | ab 450 kg aufwärts |
| Typisch im | Ein- und Zweifamilienhaus, kleines Wohnhaus | Mehrfamilienhaus, Gewerbe, öffentliches Gebäude |
Einzelne Hersteller bieten auch schnellere Varianten an – Kleemann etwa nennt für die Maison-Reihe 0,15 bis 0,30 m/s und für den MaisonLIFT Plus 0,52 m/s. Solche Anlagen fallen nicht mehr unter die Maschinenrichtlinie, sondern unter die Aufzugsrichtlinie, mit allen Folgen für Grube, Schachtkopf und Prüfpflichten. Ab dem 20. Januar 2027 tritt an die Stelle der Maschinenrichtlinie übrigens die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230; an der Einordnung des Hauslifts als Maschine ändert das nichts.
Für ein Wohnhaus mit zwei bis drei Etagen ist der Hauslift fast immer die wirtschaftlichere Lösung. Sobald aber mehrere Parteien den Lift täglich nutzen, Möbel oder eine Krankentrage transportiert werden sollen oder die Bauordnung einen barrierefreien Aufzug verlangt, führt kein Weg am Aufzug nach 2014/33/EU vorbei. Was dann zu beachten ist, steht unter Personenaufzug nachrüsten und Aufzugspflicht. Ein Sonderfall sind Kabinenlifte wie der Cibes C1 Pure und der Kalea C1 Futura: Sie bleiben Maschinen, ihre Hersteller nennen aber zusätzlich anwendbare Abschnitte der Aufzugsnormen EN 81-20 und EN 81-70. Andere Kabinenlifte – etwa HIRO C4, KLEEMANN Maison oder DICTATOR DHM 500 – sind technisch vergleichbar aufgebaut, ihre Hersteller machen zu diesen Normen öffentlich keine Angabe.
Was ein Hauslift kostet
Nur Lifton nennt öffentlich Preise; wir geben sie mit Stand vom 22. September 2026 wieder – maßgeblich ist der jeweils aktuelle Preis des Herstellers. Alle übrigen Zahlen in der folgenden Tabelle sind Erfahrungswerte aus unserer Beratungspraxis und geben eine Größenordnung wieder, keine Marktstudie, keine Herstellerangabe und keine Preiszusage. Alle Beträge verstehen sich einschließlich 19 % Umsatzsteuer und umfassen Anlage, Schacht und Montage, nicht jedoch Bauarbeiten.
| Bauart | Spanne | Grundlage |
|---|---|---|
| Schachtloser Lift mit Deckendurchbruch, 1 Geschoss | 27.000 – 34.000 € | Herstellerpreise Lifton, Stand 22.09.2026: DUO ab 27.000 €, TRIO ab 29.000 €. Für andere schachtlose Lifte liegen uns keine Herstellerpreise vor. |
| derselbe Lift mit 3 Etagen | ab 39.500 € | Herstellerangabe Lifton (TRIOplus), Stand 22.09.2026 |
| Plattformlift mit eigenem Schacht, 2 Haltestellen | 25.000 – 40.000 € | Erfahrungswert, je nach Größe, Türen und Verglasung |
| Plattformlift, 3 bis 4 Haltestellen | 35.000 – 55.000 € | Erfahrungswert, je Haltestelle rund 4.000 bis 8.000 € mehr |
| Kabinenlift mit Schiebetüren | 40.000 – 70.000 € | Erfahrungswert, inklusive Grube und automatischer Türen |
| Außenlift an der Fassade | + 15 – 25 % | Aufschlag für Korrosionsschutz, Dach, Fundament und Entwässerung |
Dazu kommen die Bauarbeiten, und die werden regelmäßig unterschätzt. Rechnen Sie mit diesen Positionen:
- Deckendurchbruch: 2.000 bis 6.000 € je Decke, mit Statiknachweis und Auswechslung der Balken; bei Holzbalkendecken eher am oberen Ende.
- Fundament oder Bodenplatte: 1.500 bis 5.000 €, bei Außenaufstellung mit Frostschürze und Entwässerung.
- Elektroanschluss: 500 bis 1.500 € für eine eigene Zuleitung. Viele Modelle laufen mit 230 V, größere Plattformen ab 500 kg brauchen 400 V Drehstrom.
- Wiederherstellung: 1.000 bis 4.000 € für Estrich, Bodenbelag, Putz, Malerarbeiten und Geländeranpassung.
- Planung und Genehmigung: 1.000 bis 4.000 €, wenn ein Statiker oder Architekt eingebunden werden muss.
Unter dem Strich landen viele Vorhaben im Einfamilienhaus bei 35.000 bis 75.000 € einschließlich Bauarbeiten. Ein belastbarer Preis entsteht erst nach der Begehung – die ist bei den meisten Anbietern kostenlos. Weitere Kostenübersichten stehen unter Homelift und Kosten und Förderung.
Genehmigung: Was Sie vorher klären müssen
Ein Hauslift im Inneren eines bestehenden Einfamilienhauses ist in vielen Bundesländern verfahrensfrei. Maßgeblich ist allein die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes; die Regelungen unterscheiden sich erheblich, und Verfahrensfreiheit bedeutet nur, dass kein Bauantrag nötig ist – an Standsicherheit, Brand- und Rettungswegvorschriften ändert sie nichts. Sobald Sie eine Decke durchbrechen, an die Fassade bauen oder die Nutzung ändern, wird es regelmäßig genehmigungspflichtig. Eine verbindliche Auskunft gibt nur die untere Bauaufsichtsbehörde. Diese Punkte klären Sie am besten vor der Auftragsvergabe:
- StatikJeder Deckendurchbruch braucht einen Nachweis. Beim Außenlift kommt die Gründung dazu, bei Anbindung an die Fassade auch deren Verankerung.
- Bauordnung des LandesDie Landesbauordnung regelt, ob ein Anbau an der Fassade genehmigungspflichtig ist und welche Abstandsflächen gelten. Ein kurzer Anruf beim Bauamt spart Wochen.
- BrandschutzDer zweite Rettungsweg muss erhalten bleiben. Führt der Lift durch ein Treppenhaus, sind Feuerschutztüren gefragt – mehrere Hersteller bieten Türen in E60 oder EI60 an.
- DenkmalschutzBei geschütztem Bestand entscheidet die Denkmalbehörde über Standort und Ausführung. Ein Innenlift im bestehenden Treppenauge hat meist bessere Chancen als ein Anbau.
- Nachbarn und GemeinschaftIm Reihenhaus oder an der Grundstücksgrenze sind Abstandsflächen zu beachten. In der Eigentümergemeinschaft braucht es einen Beschluss – die Regeln dazu stehen unter Aufzug in der Eigentümergemeinschaft.
Laufende Kosten und Prüfpflichten
Wird der Hauslift ausschließlich privat im selbst bewohnten Haus genutzt, greifen die Prüfpflichten der Betriebssicherheitsverordnung nicht: Sie gelten für Arbeitgeber und für jeden, der eine Anlage zu gewerblichen oder wirtschaftlichen Zwecken verwendet (§ 2 Abs. 3 BetrSichV). Eine wiederkehrende Prüfung durch eine zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) ist dann nicht vorgeschrieben. Das ist allerdings keine Eigenschaft des Geräts, sondern eine Frage der Nutzung: Auch langsam fahrende Lifte nach der Maschinenrichtlinie zählen nach Anhang 2 Abschnitt 2 der Betriebssicherheitsverordnung zu den Aufzugsanlagen. Laufende Kosten fallen in jedem Fall an:
| Position | Kosten im Jahr | Anmerkung |
|---|---|---|
| Wartung | 300 – 700 € | meist ein bis zwei Termine im Jahr; die Hersteller empfehlen sie und knüpfen die Garantie daran |
| Strom | 30 – 120 € | abhängig von den Fahrten; Spindelantriebe brauchen im Stillstand praktisch nichts |
| Notruf / Telefonanbindung | 0 – 180 € | nur wenn eine Aufschaltung auf eine Leitstelle gewünscht ist |
| Rücklage für Reparaturen | 200 – 400 € | Erfahrungswert; Steuerung, Türantrieb und Akkus sind die üblichen Verschleißteile |
Anders sieht es aus, sobald der Lift gewerblich oder wirtschaftlich genutzt wird oder Beschäftigten beziehungsweise der Öffentlichkeit zugänglich ist – etwa in einer Praxis im Haus, in einer Ferienwohnung oder im vermieteten Mehrfamilienhaus. Dann gilt die Betriebssicherheitsverordnung: Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme und danach wiederkehrend durch eine ZÜS, ein Notrufsystem mit Zweiwege-Kommunikation zu einer ständig besetzten Stelle, eine geprüfte Notbefreiungsanleitung und eine organisierte Personenbefreiung. Klären Sie das vor dem Kauf – die Kosten dafür ändern die Wirtschaftlichkeitsrechnung spürbar. Was dann im Einzelnen zu tun ist, steht unter Betreiberpflichten beim Aufzug und TÜV-Prüfung beim Aufzug.
Förderung: Was es für den Hauslift gibt
- Pflegekasse: Liegt ein Pflegegrad vor – der Zuschuss ist schon ab Pflegegrad 1 möglich –, bezuschusst die Pflegekasse wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4.180 € je Maßnahme (§ 40 Abs. 4 SGB XI); leben mehrere Anspruchsberechtigte zusammen, bis zu 16.720 € für die gemeinsame Maßnahme. Je nach Einkommen setzt die Pflegekasse eine angemessene Eigenbeteiligung an. Den Antrag unbedingt vor der Auftragsvergabe stellen.
- KfW-Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: bis zu 50.000 € je Wohneinheit; der Einbau von Aufzugsanlagen sowie von Senkrecht-, Hebe- und Plattformliften gehört zu den förderfähigen Maßnahmen. Die Förderung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel, einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Der Investitionszuschuss 455-B nimmt seit dem 31. Juli 2026 keine neuen Anträge mehr an, weil die Programmmittel für 2026 ausgeschöpft sind; bereits erteilte Zusagen bleiben bestehen.
- Länder und Kommunen: mehrere Bundesländer fördern barrierefreies Wohnen mit eigenen Programmen; die Übersicht steht unter Fördermittel erhalten.
- Steuer: Der Lohnanteil der Montage ist als Handwerkerleistung nach § 35a Abs. 3 EStG mit 20 %, höchstens 1.200 € im Jahr (20 % von maximal 6.000 € Arbeitskosten), begünstigt; Voraussetzung sind eine Rechnung und die unbare Zahlung. Für Aufwendungen, die öffentlich gefördert werden – etwa über ein zinsverbilligtes KfW-Darlehen oder einen steuerfreien Zuschuss –, ist die Steuerermäßigung ausgeschlossen (§ 35a Abs. 3 Satz 2 EStG); beides lässt sich also nicht beliebig kombinieren. Bei medizinischer Notwendigkeit kommen außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG in Betracht, abzüglich der zumutbaren Belastung und mit Nachweis der Zwangsläufigkeit (§ 64 EStDV) – dazu Aufzug steuerlich absetzen.
- Stand aller Förderangaben: 22. September 2026. Prüfen Sie den aktuellen Stand vor der Antragstellung, die Programme ändern sich.
Sieben Fragen für das Angebotsgespräch
- Welches Innenmaß hat die Kabine – und welches Außenmaß braucht der Schacht? Nur das Außenmaß sagt, ob der Lift in die Ecke passt.
- Wie hoch muss es über der obersten Haltestelle sein? Dieser Wert kippt im Dachgeschoss häufig das ganze Vorhaben.
- Grube ja oder nein – und wenn ja, wie tief? Ein Unterschied von 100 mm entscheidet über Betonarbeiten oder eine Rampe.
- Totmann oder Impulssteuerung? Wer die Taste die ganze Fahrt über gedrückt halten muss, empfindet das auf Dauer oft als lästig – gerade bei eingeschränkter Handkraft.
- 230 V oder 400 V? Eine neue Drehstromleitung durchs Haus kann mehr kosten als gedacht.
- Was passiert bei Stromausfall? Die meisten Modelle haben eine akkubetriebene Notabsenkung – lassen Sie sich zeigen, wie sie bedient wird.
- Was kostet die Wartung, und wie schnell ist der Techniker da? Preis, Intervall und Reaktionszeit gehören in den Vertrag, nicht ins Verkaufsgespräch.
Fragen Sie außerdem nach dem Regelwerk: Lassen Sie sich im Angebot schriftlich bestätigen, nach welcher Richtlinie und welcher Norm die Anlage gebaut und konformitätsbewertet ist, und lassen Sie sich die Konformitätserklärung zeigen. Nicht jeder Hersteller nennt das auf seiner Website – das sagt nichts über das Produkt, gehört aber vor der Unterschrift geklärt.
Häufige Fragen zum Hauslift
Was ist der Unterschied zwischen Hauslift, Homelift und Senkrechtlift?
Nichts – die drei Begriffe bezeichnen dasselbe: einen langsam fahrenden Lift nach der Maschinenrichtlinie mit in der Regel höchstens 0,15 m/s. „Homelift“ ist die Marketingbezeichnung der Hersteller, „Senkrechtlift“ der technische Begriff in Abgrenzung zum Schrägaufzug.
Braucht ein Hauslift eine Grube?
Meist nicht. 19 der 27 verglichenen Modelle kommen ohne Grube aus oder werden nur 37 bis 50 mm versenkt; der Einstieg erfolgt dann über eine flache Rampe. Kabinenlifte mit Schiebetüren brauchen in der Regel 80 bis 150 mm.
Wie viel Platz braucht ein Hauslift?
Die kleinste Kabine im Vergleich misst 580 × 805 mm (Aritco HomeLift Compact), die kleinste Plattform 600 × 830 mm (Cibes A4000, Kalea A4 Mini, HIRO A4 Mini, Aritco HomeLift S5, Garaventa Genesis). Für den Schacht kommen je Seite etwa 15 bis 25 cm dazu – rund 1 m² Stellfläche im Raum.
Passt ein Rollstuhl in einen Hauslift?
Nur in die größeren Baugrößen. Als Anhaltspunkt nehmen wir das Kabinenmaß 1.000 × 1.250 mm (DIN EN 81-70 Typ 1). Baureihen wie Cibes A5000, Aritco HomeLift Access, Kalea A4 Primo, HIRO C4 oder Lehner Sigma erreichen dieses Maß in bestimmten Baugrößen – welche das sind, zeigt der Platz-Check. Das ist unser Maßvergleich, keine Herstellerzusage und keine Aussage über die Eignung für einen bestimmten Rollstuhl; lassen Sie sich diese vom Hersteller oder Fachbetrieb bestätigen. Zum Wenden in der Kabine nennt Aritco rund 1.100 × 1.480 mm.
Was kostet ein Hauslift?
Öffentlich nennt nur Lifton Preise: ab 27.000 € für einen schachtlosen Lift über ein Geschoss (Stand 22.09.2026, inklusive Umsatzsteuer). Die übrigen Zahlen sind unsere Erfahrungswerte und keine Herstellerangaben: Plattformlifte mit eigenem Schacht liegen danach bei 25.000 bis 55.000 €, Kabinenlifte bei 40.000 bis 70.000 €, jeweils ohne Bauarbeiten. Mit Durchbruch, Elektro und Wiederherstellung landen viele Vorhaben bei 35.000 bis 75.000 €.
Wie schnell fährt ein Hauslift?
In der Regel höchstens 0,15 m/s: Aufzüge, die nicht schneller fahren, nimmt die EU-Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU ausdrücklich von ihrem Anwendungsbereich aus; sie gelten deshalb als Maschinen, für die DIN EN 81-41 die einschlägige Norm ist. Ein Geschoss dauert damit etwa 20 Sekunden. Der Garaventa Luma fährt mit 0,08 m/s noch langsamer, der Lifton TRIO mit 0,10 m/s. Einzelne Hersteller bieten schnellere Varianten an, die dann unter die Aufzugsrichtlinie fallen.
Muss ein Hauslift zum TÜV?
Bei reiner Privatnutzung im selbst bewohnten Haus nicht: Die Prüfpflichten der Betriebssicherheitsverordnung knüpfen an eine gewerbliche oder wirtschaftliche Nutzung an (§ 2 Abs. 3 BetrSichV). Eine regelmäßige Wartung durch den Fachbetrieb ist trotzdem sinnvoll und meist Voraussetzung für die Garantie. Sobald der Lift gewerblich genutzt wird oder Beschäftigten beziehungsweise der Öffentlichkeit zugänglich ist, gelten die vollen Betreiberpflichten samt Prüfung durch eine zugelassene Überwachungsstelle.
Kann ein Hauslift auch draußen stehen?
Ja. Zehn der verglichenen Modelle sind für die Außenaufstellung freigegeben, teils nur in bestimmten Größen – etwa Cibes A5000 (1.000 × 1.467 und 1.100 × 1.467 mm) oder HIRO A4. Draußen kommen Fundament, Wetterschutz, Entwässerung und Korrosionsschutz hinzu; rechnen Sie mit 15 bis 25 % Aufschlag.
Wie lange dauert der Einbau?
Die Montage selbst dauert bei einem grubenlosen Lift meist drei bis fünf Arbeitstage. Vom Auftrag bis zur ersten Fahrt vergehen mit Fertigung, Statik und – falls nötig – Genehmigung in der Regel drei bis sechs Monate.
Erhöht ein Hauslift den Wert des Hauses?
In der Regel ja, vor allem bei Häusern mit mehreren Geschossen und älteren Eigentümern im Umfeld. Ein fest eingebauter, wartungsfähiger Lift wird von Gutachtern als werterhöhend berücksichtigt; zuverlässiger ist aber der praktische Nutzen: Das Haus bleibt bewohnbar, wenn Treppensteigen nicht mehr geht.
Quellen und Stand
Alle Modellangaben stammen aus den öffentlichen Produktseiten und Datenblättern der Hersteller, abgerufen am 22. September 2026: Cibes Lift – Plattformlifte und technisches Datenblatt (PDF); Aritco HomeLift, HomeLift Access, HomeLift Compact; Lifton; Vimec; Kalea Lifts; HIRO LIFT; Garaventa Lift; KLEEMANN; TK Elevator; Lehner Lifttechnik; DICTATOR Technik; VENIT. Die Fundstellen je Modell – Produktseite und, soweit vorhanden, Datenblatt als PDF – haben wir am 22. September 2026 abgerufen; von jeder Fundstelle liegt uns eine archivierte Kopie vor. Auf Anfrage nennen wir Ihnen zu jedem Wert in der Tabelle die konkrete Quelle. Rechtsgrundlagen: Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU, Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, DIN EN 81-41, DIN EN 81-70, Betriebssicherheitsverordnung, § 40 SGB XI, § 35a EStG, KfW 159. Dieser Beitrag gibt den Stand vom 22. September 2026 allgemein wieder und ersetzt keine rechtliche, steuerliche oder bautechnische Beratung im Einzelfall. Alle Angaben ohne Gewähr; maßgeblich ist das Angebot des Fachbetriebs nach Besichtigung.
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